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Burg Burgruine Rheinfels Teil 5 – die mittelalterliche Festung bei St. Goar am Rhein gegenüber der Loreley

Die Burganlage

Die Burg Rheinfels ist die größte Burgruine am Rhein. Ein Besuch ist sehr lehrreich. Der einstige modernste und ausgedehnteste Festungsbau am Mittelrhein vermittelt interessante Einblicke in das Befestigungswesen, insbesondere der Zeit der späten Renaissance. Was heute an Ruinen noch vorhanden ist, stellt lediglich ein Drittel der Gesamtanlage dar. Der restliche Bereich, bestehend aus Vorwerken, Kasematten, Schanzen und Kasernenbauten lag in südlicher Richtung etwa 30 m höher.

Der älteste Bereich der Burgruine Rheinfels ist die aus der Gründungszeit stammende Kernburg mit ihrem viereckigen Grundriss. Sie besteht aus dem von einer Mauer umgebenen inneren Burghof, einem Wohnbau und dem nur noch in Fundamentmauern erhaltenen Bergfried. Früher befanden sich innerhalb der Mauern auch aus Holz erbaute Wirtschaftsgebäude und Ställe.

Beim ersten Ausbau im 14. Jahrhundert unter Graf Wilhelm II. von Katzenelnbogen (1332 bis 1385) erhielt der Bergfried seine Butterfassform. Durch seinen 10 Meter hohen Aufsatz war er mit insgesamt 50 Metern der höchste Bergfried seiner Zeit. Von den neu erbauten Wohngebäuden ragte der stattliche, dreigeschossige, heute als Ruine existierende "Frauenbau" mit rheinseitigem Eckrundturm heraus. Ferner wurde vor dem Halsgraben aus dem 13. Jahrhundert eine  von einer mächtigen Schildmauer mit zwei Türmen begrenzten Vorburg errichtet. In dem zusätzlich entstandenen Hof entstanden Wirtschaftsgebäude und Stallungen. Die Schildmauer ist heute stark restauriert.

Unter den hessischen Landgrafen Wilhelm III. (1493 bis 1509) und Philipp dem Goßmütigen (1509 bis 1567) erfolgte der Ausbau der Burg Rheinfels zur Festung. Wie diese damals aussah, zeigen Zeichnungen von Gerstenberg und   Albrecht Dürer, die im Burgmuseum ausgestellt sind.

Noch eindrucksvoller geben die ebenfalls im Burgmuseum ausgestellten Aufzeichnungen von Dilich aus dem frühen 17. Jahrhundert das einst prachtvolle Erscheinungsbild der Burg Rheinfels wieder. Sie zeigen die Burg Rheinfels nach ihrem Ausbau zur Renaissance-Residenz unter Philipp II. von Hessen-Rheinfels (1567 bis 1583). Damals schmückten hohe, prunkreiche Fachwerkbauten mit Erkern und verzierten Schweifgiebeln das Gelände der Kernburg. Neuer Mittelpunkt der fürstlichen Hofhaltung wurde das neue Schloss mit dem Kirchsaal im zweiten Stock von 20 Meter Länge und 5,50 Meter Breite an der östlichen Seite der Kernburg zum Rheintal hin. An seiner Stelle entstand später der Darmstädter Bau. Ebenfalls ließ Philipp II. den 75 Meter tiefen Brunnen, den Marstall, Gärten und die Reiterkaserne errichten. Leider ist von den Renaissancebauten nichts mehr erhalten.

Aus dem frühen 17. Jahrhundert stammen die teilweise noch heute zugänglichen, weitläufigen Minengänge. Den letzten Ausbau erfuhr die Burg Rheinfels in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts unter Landgraf Ernst von Hessen-Rotenburg-Rheinfels (1649 bis 1693). Aus dieser Zeit stammen die so genannte "Hohe-Ernst-Schanze", die Forts "Scharfeneck" und "Noli me tangere" ("Rühr mich nicht an") sowie das "Neue Ravelin", das heute außerhalb der Anlage liegt und in Privatbesitz ist.

Heute hat man bei der Besichtigung der umfangreichen Burgruine die Möglichkeit, die gewaltigen Reste der mittelalterlichen Burg, die ehemaligen Befestigungsanlagen und die eindrucksvollen unterirdischen Gänge zu erkunden. Von der Ruine Rheinfels kann man einen herrlichen Blick auf das Rheintal genießen.

Das Museum auf Burg Rheinfels bei St. Goar wurde 1991 didaktisch hervorragend neu gestaltet, unter anderem durch die großartige Hilfe von Anne Michels-Dieler und dem Ehepaar Eva und Michael Haupt. Alle zu besichtigenden Kunststücke wurden zur Information mit einem kleinen Text auf Stellwänden versehen, auch der geschichtliche Werdegang wird beschrieben.

Auf Burg Rheinfels hat auch der "Internationale Hansenorden e.V. zu St. Goar am Rhein" seinen Sitz. Er hat im Laufe der letzten 60 Jahre die Restaurierung einiger Gebäudeteile durchgeführt: Hansensaal, Salzhaus und Stockhaus.

Teil 6 - Burg Rheinfels innerer Rundgang

Teil 8 - Burg Rheinfels Anfahrt Öffnungszeiten

Stadt Stadtporträt Stadtname Stadtwappen

Stadtrundgang St. Goar

Teil 1 - Vorgeschichte Frühgeschichte

Teil 2 -
Geschichte Mittelalter Grafen Grafschaft Katzenelnbogen

Teil 3 -
Geschichte Spätmittelalter Landgrafschaft Hessen Landgrafen Reformation Dreißigjähriger Krieg

Teil 4 -
Stadtgeschichte Landgraf Hessen-Rheinfels Neuzeit Kriege

Teil 5 -
Zeitgeschichte Napoleon preußische Herrschaft 20. Jahrhundert

Hansenorden

Teil 1 - Burg Burgruine Rheinfels Entstehung  Grafsschaft Grafen Katzenelnbogen

Teil 2 - Festung Rheinfels Landgrafen Hessen Dreißigjähriger Krieg

Teil 3 - Burg Rheinfels Landgraf Ernst Kriege Belagerungen

Teil 4 - Burg Rheinfels Zerstörung Ruine

Teil 5 - Burganlage Burg Burgruine Rheinfels

Teil 6 - Burg Rheinfels innerer Rundgang

Teil 7 - Burg Rheinfels äußerer Rundgang

Teil 8 - Burg Rheinfels Anfahrt Öffnungszeiten

Geschichte Evangelische Stiftskirche Pfarrkirche

Evangelische Stiftskirche Krypta Chor Langhaus Ausmalung Ausstattung

Geschichte Katholische Kirche Heiliger Goar Pfarrkirche

Ausstattung Katholische Kirche Flügelretabel Hochaltar Relieffigur

 

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Stand: Friday, 24. January 2014 - URL dieser Seite:http://st-goar.mittelrhein.info/5-burganlage-burgruine-rheinfels/index.html